Selbstbewusstsein

Hier wird nicht das Thema in seiner Gänze beleuchtet und auch nicht analysiert, was dieser Begriff über die alltägliche Verwendung hinaus bedeutet oder bedeuten kann. Es wird lediglich die Bedeutung kritisch betrachtet, die meistens (auf deutsch) gemeint ist, wenn es um „Selbstbewusstsein“ geht, insbesondere das Selbstbewusstsein als eine Handlungsanweisung und ein Ideal im Wesenszug.

Selbstbewusstsein tritt auf, wenn man kein Selbstbewusstsein braucht, weil man die entsprechende Kompetenz sicher hat und sich dessen bewusst ist. Eine Vortragende oder ein Tänzer, strahlt dann Selbstbewusst sein aus, wenn sie bzw. er sich sicher ist, dass der Vortrag sitzt und gut ankommt, dass der Tanz einstudiert und natürlich erscheinen wird. 

„Sei selbstbewusster!“, „Gehe aufrecht!“ und ähnliche Anweisungen mögen kurzfristig einen Erfolg vortäuschen, sind aber nicht nachhaltig. Warum? Weil es eine Maske ist, nur ein Schauspiel-Modus, der Energie kostet. Wenn man einen Tag aufrecht stolziert ohne auf sich selbst stolz zu sein, wird man abends erschöpft und ausgelaugt ins Bett fallen und auch psychisch einen leeren Akku aufweisen. Diese Handlungsanweisungen kommen von Menschen, die Selbstbewusstsein nur als positive Begleiterscheinung kennen, weil sie sich wie oben beschrieben ihrer entsprechenden Kompetenz sicher sind. Sie möchten einen Tipp geben und deuten auf ihren leuchtenden Wunderanzug der selbstbewussten Ausstrahlung und appellieren an ihre Schüler. Diese können diesen Anzug allerdings nicht an ihrem eigenen Körper wachsen lassen und borgen sich diesen Anzug – der anfangs sich schön an ihrem Körper anfühlt, gut aussieht, aber in Wahrheit schwer und nach längerer Zeit zur untragbaren Last wird.

Das Selbstbewusstsein ist dann einer Persona anhaftend, wenn man die Anerkennung dieses Selbstbewusstseins von anderen Menschen benötigt. 

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